Die Vogelwelt Bd. 140 3/2020

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Eindrücke der neun Flächentypen im Juli 2020, (…) e = konventioneller Winterweizen, (…). Foto: J. Janssen

Janssen, J., A. Schieweling & L. Dalbeck:
Feldvögel in der Zülpicher Börde – Habitatwahl und Arthropodenverfügbarkeit auf konventionellen Ackerkulturen und biodiversitätsfördernden Maßnahmeflächen

Im Kernbereich der Zülpicher Börde in Nordrhein-Westfalen wurde der Anteil biodiversitätsfördernder Maßnahmen auf Ackerflächen von 2,1 % in 2017 auf 3,6 % in 2020 gesteigert. Dies wurde im Rahmen des von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und dem Land NRW geförderten Projekts „Stabilisierung der Populationen wertgebender Arten in der Zülpicher Börde“ vor allem durch eine Verdreifachung des Anteils der Vertragsnaturschutzflächen realisiert. Eine projektbegleitende Brutvogelerfassung auf zehn je 100 ha großen Untersuchungsquadraten sollte klären, ob diese Steigerung des Anteils von Maßnahmenflächen die erhofften Effekte für die Avifauna hat. Parallel wurden auf verschiedenen Maßnahmen- und konventionellen Ackerflächen Arthropoden-Biomassen mittels dreier Methoden erfasst.
Die meisten Brutvogelarten zeigten eine deutliche Präferenz für die verschiedenen blühenden Maßnahmenflächen trotz ihrer geringen Verfügbarkeit. Die konventionellen Feldfrüchte mit den höchsten Flächenanteilen – Wintergetreide, Zuckerrübe und Mais – wurden von den Agrarvogelarten der Region deutlich gemieden. Eine Erklärung dafür könnten die besonders geringen Arthropoden-Biomassen auf diesen von den Brutvögeln gemiedenen Feldfrüchten sein, während die blühenden Maßnahmenflächen und auch konventionelle blühende Feldfrüchte wie Raps, höhere Biomassen aufwiesen und für Brutvögel attraktiver waren…


Spektrogrammserie des Reviergesangs des Männchens, aufgenommen am 16. April 2020.

Kühlke, D.:
Klanganalyse des Reviergesangs von Sperlingskäuzen Glaucidium passerinum

Für die Charakterisierung der Rufe der Sperlingskauzmännchen wurde eine Darstellung der Spektrogramme gewählt, die die Details des spektralen Verlaufs des Rufes veranschaulicht, und die es ermöglicht Parameter zu definieren, die eine quantitative Ausmessung und Beschreibung des Frequenzverlaufs der Einzelrufe erlauben. Damit hat man ein Werkzeug an der Hand, das es zusammen mit der Übersicht der Spektrogramme eines längeren Gesangsausschnitts gestattet, den Gesang eines Sperlingskauzes in unterschiedlichen Situationen bzw. Stimmungen zu charakterisieren und den Gesang verschiedener Käuze zu vergleichen. Anhand von Reviergesangsbeispielen wurde das Potenzial dieser Methode demonstriert. So zeigen sich z.B. erhebliche Unterschiede in Gesangsbeispielen von Käuzen bei der Herbst- und Frühjahrsbalz…


(A) Weiden-/Alpenmeise und (B) Sumpfmeise im Vergleich. Man beachte die im Text erwähnten Unterschiede, insbesondere die Kopffärbung und -form und das weiße Flügelfeld. Bei genauem Hinsehen fällt auch die helle Oberschnabelbasis der Sumpfmeise auf, die als das sicherste Einzelmerkmal zum Unterscheiden der Arten gilt. Foto Weidenmeise: H.-J. Schaffhäuser, Foto Sumpfmeise: J. Steyer

Knief, U.:
Die Gesangsformen der Weidenmeise und Differenzierung der „Alpenmeise“ im Süden Deutschlands – ein Aufruf zur Mitarbeit

Die mitteleuropäischen Weidenmeisen lassen sich anhand ihres Gesangs in zwei Formen aufteilen. Im überwiegenden Teil Mitteleuropas singen sie eine Strophe aus drei bis fünf wohltönenden, abwärtsgezogenen, etwas schleppend vorgetragenen Pfeiflauten. Im Alpenraum setzt sich demgegenüber eine Strophe aus meist fünf bis sieben – oft auch bis zu zehn – kurzen, auf gleicher Tonhöhe bleibenden und sehr weich angeschlagenen Pfeiftönen zusammen. Während in der Schweiz die Verbreitung beider Gesangsformen detailliert kartiert worden ist, fehlen in Deutschland und Österreich systematische Untersuchungen. In der Schweiz vermischen sich beide Gesangsformen kaum und dasselbe scheint sich auch im Allgäu zu bestätigen…


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