Die Vogelwelt Bd. 134 4/2013

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Schwerpunkte:
  • Kleiber Sitta europaea bebrütet Schneckengehäuse
  • Das Vorkommen der Sperbereule in Deutschland
  • Der Kormoran im deutschsprachigen Raum und in den Niederlanden zwischen 800 und 1800

Sperbereule mit Resten einer Ringeltaube in den Fängen. Foto: T.Krüger

Sperbereule mit Resten einer Ringeltaube in den Fängen. Foto: T.Krüger

Krüger, T.:
Das Vorkommen der Sperbereule Surnia ulula in Deutschland
Die ersten Berichte über das Vorkommen von Sperbereulen in Deutschland gehen auf J. M. Bechstein, A. C. Siemssen und M. B. Borkhausen zurück, die im letzten Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts publiziert wurden. Die Beschreibungen der jeweils erlegten Vögel sind eindeutig, und zusätzlich liegt ein Kupferstich eines Vogels vor, die das Vorkommen zweifelsfrei belegen. Der erste datierte Nachweis stammt aus dem April 1790 und wurde von B. Meyer für damalige Verhältnisse hinsichtlich der Artkennzeichen der Art ausführlich beschrieben. Inklusive dieser Feststellung gelangen bis einschließlich des Winters 2013/14 171 Nachweise von insgesamt 179 Sperbereulen in Deutschland. 102 Nachweise gehen dabei auf Vögel zurück, die erlegt wurden, die meisten von ihnen (72 %) im 19. Jahrhundert. Letztmals wurde 1929 eine Sperbereule in Deutschland geschossen. Von den ca. 56 explizit als in eine Sammlung überführt bekannt gegebenen Vögeln sind heute in Museen noch mindestens 16 Exemplare vorhanden, das älteste darunter aus dem Jahr 1820. Parallel dazu fand in Deutschland ein spannender Prozess der systematischen Einordnung der Sperbereule sowie der binominalen und deutschen Bezeichnung der Art statt, bei dem vor allem die Arbeiten von B. Meyer, J. F. Naumann, C. L. und A. E. Brehm und schließlich E. Hartert wichtige Impulse gaben. Linnæus‘ Surnia ulula als wissenschaftlicher Name wurde in der deutschen Literatur erstmals wohl 1866 von A. E. Brehm verwendet, setzte sich endgültig erst ab ca. 1910 durch. Und auch für den deutschen Name Sperbereule, wenngleich 1773 das erste Mal gewählt …


Kormoran bei Baldner 1666. Abb.: Uni-Bibliothek Kassel

Kormoran bei Baldner 1666. Abb.: Uni-Bibliothek Kassel

Beike, M., C. Herrmann, R. Kinzelbach & J. de Rijk:
Der Kormoran Phalacrocorax carbo sinensis im deutschsprachigen Raum und in den Niederlanden zwischen 800 und 1800
Die fruhesten Schriftstellen aus dem deutschsprachigen Raum mit Bezug zum Kormoran stammen aus dem 9. Jh. und belegen ein offenbar regelmasiges Auftreten des Vogels am Bodensee. Aus den folgenden Jahrhunderten liegen zahlreiche Quellen vor, die Ruckschlusse auf Haufigkeit und Verbreitung der Art zulassen. Erste Hinweise auf Brutkolonien finden sich in den Schriften von Albertus Magnus Mitte des 13. Jh. fur Pommern (Raum Stettin). Die alteste Information uber eine Brutkolonie mit genauer Ortsangabe (bei Breslau in Schlesien) geht auf eine Anordnung des Kaisers Karl IV. im Jahr 1377 zu ihrer Zerstorung zuruck. In den Niederlanden war der Kormoran mindestens ab dem 15. Jh. durchgehend Brutvogel …

Weitere Inhalte:
  • Kleiber Sitta europaea bebrütet Schneckengehäuse
  • Literaturbesprechungen
  • Nachrichten
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