Die Vogelwelt Bd. 134 3/2013

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Schwerpunkte:
  • Die Brutvögel großflächiger Photovoltaik-Anlagen
  • Bestandsentwicklung, Phänologie, Raum- und Habitatnutzung überwinternder Singschwän

Steinschmätzer vor dem Solarfeld in Lieberose. Foto: E.Neuling

Steinschmätzer vor dem Solarfeld in Lieberose. Foto: E.Neuling

Tröltzsch, P. & E. Neuling:
Die Brutvögel großflächiger Photovoltaik-Anlagen in Brandenburg
In den Jahren 2009 und 2012 wurden in den Solarparks Turnow- Preilack und Finow I & II (Brandenburg) mit angrenzenden unbebauten Referenzflächen Untersuchungen zu Auswirkungen von großen Photovoltaik-Freiflächenanlagen auf Brutvögel durchgeführt. Bei den lebensraumbezogenen Analysen ließ sich eine Konzentration vieler Brutvögel in den Randbereichen der Anlagen feststellen. Die Siedlungsdichte auf den angrenzenden Referenzflächen war z.T. deutlich höher als innerhalb der Solarfeldflächen. Viele Vogelarten nutzten durch den Bau eingebrachte Strukturen (Holzschnitt, Sand- und Steinhaufen, Palettenstapel), mieden aber die gleichförmigen Modulreihen. Feldlerche, Bluthänfling, Hausrotschwanz und Bachstelze nutzten jedoch vor allem die neuen Strukturen (Module, Trafostationen) und die Zwischenräume als Brutstätten. Solarparks als neue Landschaftsformen bieten durch ihre extensive Bewirtschaftung und Störungsarmut Perspektiven hinsichtlich der Erhöhung der Artenvielfalt, wenn die Planung der Anlage und das Flächenmanagement entsprechend der Habitatansprüche der Vögel und in Absprache mit Experten durchgeführt werden. Eine bestimmte Strukturierung der Anlage ist Grundvoraussetzung hinsichtlich der Erhöhung der Artenvielfalt. Für einige wertgebende Arten, die sich in Deutschland durch die intensive Landwirtschaft im Rückgang befinden, könnten Solarparks günstige Lebensräume sein.


Singscshwan. Foto: A.Degen

Singscshwan. Foto: A.Degen

Blüml, V.:
Bestandsentwicklung, Phänologie, Raum- und Habitatnutzung überwinternder Singschwäne Cygnus cygnus im mittleren Hasetal (Westniedersachsen)
Singschwäne überwintern alljährlich in Nord- und Ostdeutschland in steigender Zahl. In Niedersachsen existieren bedeutende Überwinterungsplätze an den großen Flussläufen von Elbe, Weser, Aller und Ems, daneben erlangen neu entstandene Schlafplatzgewässer u.a. in wiedervernässten Hochmooren eine zunehmende Bedeutung. Als Nahrungshabitate dienten in den letzten Jahrzehnten überwiegend landwirtschaftliche Kulturen bzw. Ernterückstände. Hier wird ein kleinerer, tradierter Überwinterungsplatz im mittleren Hasetal in Westniedersachsen untersucht. Seit 1991/92 wurden im Pentadenrhythmus Zählungen an Schlafplätzen und auf Nahrungsflächen durchgeführt. Die Rastbestände sind entsprechend der allgemeinen Bestandszunahme deutlich angestiegen mit Saisonmaxima von zunächst durchschnittlich um 70 Ind., später um 120 Ind …

Weitere Inhalte:
  • Literaturbesprechungen
  • Tagungsbericht: Schreiadlertagung in Rumänien
  • Nachrichten
  • DDA-Aktuell 1/2014  pdf-sym

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