Die Vogelwelt Bd. 134 2/2013

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Schwerpunkte:
  • Vogelbesiedlung von Ackerbrachen
  • Brutbestandsabnahmen von See- und Küstenvögeln
  • Fang und Beringung des Seggenrohrsängers
  • Prägung und Partnerbindung bei Wanderfalken
  • Weißrückenspecht an Bord eines Segelkutters in der Barentssee

Ackerlebensraum. Foto: H.Neumann

Ackerlebensraum. Foto: H.Neumann

Neumann, H. & U. Dierking:
Vogelbesiedlung von Ackerbrachen in Schleswig-Holstein zur Brutzeit und im Herbst
Im Jahr 2011 wurde in Schleswig-Holstein eine Erfassung der Vogelbesiedlung ausgewählter Vertragsflächen des Programms „Ackerlebensräume“ durchgeführt. Das Vertragsnaturschutzprogramm beinhaltet die temporäre Stilllegung von Ackerflächen, wobei die Äcker für einen Zeitraum von zwei bis drei Jahren entweder mit einer vorgegebenen Blühmischung aus Kulturpflanzen angesät oder sich selbst überlassen werden.


Möwentrupp an der Südspitze der Insel Tritschen. Foto: J.Baer

Möwentrupp an der Südspitze der Insel Tritschen. Foto: J.Baer

Mercker, M. & J. Baer:
Räuber-Beute-Interaktionen als mögliche Erklärung für aktuelle Brutbestandsabnahmen von See- und Küstenvögeln am Beispiel der Wattenmeerinsel Trischen
Die Vogelinsel Trischen liegt zwischen Eider- und Elbmundung im Nationalpark Wattenmeer der deutschen Nordsee. Seit nun mehr als 100 Jahren wird auf der Insel eine systematische Brutvogelerfassung durchgefuhrt. Nachdem im vergangenen Jahrhundert zwei durch Jagd und Umweltgifte verursachte Minima im Brutbestand der Insel dokumentiert wurden, fuhrten Umweltschutzmasnamen im Anschluss wieder zu einem rasanten Anstieg der Brutpaarzahlen in den 1990er Jahren, der insbesondere die Mowen betraf und in über 20.000 Brutpaaren auf Trischen gipfelte. Im Rahmen der vorliegenden Studie dokumentierten wir, dass seitdem sowohl die Brutbestande der Mowen als auch die der anderen Vogelarten wieder drastisch (auf knapp 5.000 Brutpaare) gefallen sind.


Das Lange Ried am Nebendamm des Helmestausees. Foto: M.Schulze

Das Lange Ried am Nebendamm des Helmestausees. Foto: M.Schulze

Schulze, M.:
Fang und Beringung des Seggenrohrsängers Acrocephalus paludicola in Ostdeutschland unter besonderer Berücksichtigung des Helmestausees
Der Durchzug des auf nur noch weniger als 40 Brutgebiete in Zentraleuropa beschrankten, global bedrohten Seggenrohrsangers beruhrt teilweise auch Deutschland. Da die Art zur Zugzeit schwer zu beobachten ist, wird sie hauptsachlich durch Beringungsfange nachgewiesen. Im Zeitraum 1977–2012 wurden in Ostdeutschland (Neue Lander, Betreuungsgebiet der Beringungszentrale Hiddensee) insgesamt 188 Seggenrohrsanger beringt, davon waren mindestens 119 rastende Durchzugler; die meisten davon entfallen auf den Zeitraum von Ende Juli bis Ende September.


Wanderfalke mit gerupftem Kernbeißer. Foto: P.Sömmer

Wanderfalke mit gerupftem Kernbeißer. Foto: P.Sömmer

Sömmer, P. & W. Kirmse:
Einfluss von Prägung und Partnerbindung bei der Erstbrut baumbrütender Wanderfalken Falco peregrinus
Das Projekt des Arbeitskreises Wanderfalkenschutz (AWS) zur Wiedereinburgerung baumbrutender Wanderfalken brachte in seiner 20-jahrigen Laufzeit auser der Neugrundung einer Baumbruterpopulation in Nordostdeutschland auch neue Ergebnisse uber den Einfluss der individuellen Erfahrung als Nestling und Astling auf die spatere Wahl des Nistplatztyps, besonders bei der Wahl von Baumbrut. Von Felsen und Bauwerken ausgeflogene Wanderfalken wahlten in den vom AWS betreuten ostdeutschen Bundeslandern spontan, also von sich aus, bisher niemals eine Baumbrut, obwohl solche Falle andernorts vereinzelt vorkommen.


Lunk, S.:
Ein Weißrückenspecht Dendrocopos leucotos an Bord eines Segelkutters in der Barentssee – der nördlichste (Weißrücken-)Specht der Welt?
Am 1. August 2013 beobachtete ich in der russischen Barentssee ca. 45 km nordlich der Fischer- oder Rybachy-Halbinsel und ca. 70 km ostlich der norwegischen Varanger-Halbinsel auf Position 70° 19‘ N, 033° 00‘ E an Bord eines Segelkutters einen Weisruckenspecht und bestimmte ihn als vermutlich adultes Weibchen. Der Vogel hielt sich einige Minuten an Bord auf. Dies durfte der bisher nordlichste Nachweis der Art sein, nicht jedoch der eines Spechtes generell. Zumindest der Kleinspecht wurde geringfugig weiter nordlich in Nord-Norwegen gesichtet.


Milchev, B.:
Schleiereule Tyto alba als Felsbrüter in enger Nachbarschaft zum Uhu Bubo bubo in Bulgarien
Die Schleiereule wurde 2012 in Bulgarien erstmals als Felsbrüter nachgewiesen. Das Paar brütete erfolgreich in einer Felsspalte in nördlicher Ausrichtung, die sich in 5 m Entfernung vom Rupfungsplatz und 3 m vom oberen Rand des Felsens mit einer vorstehenden Felskante befand. Das Schleiereulennest war nur 12 m von einem traditionellen Uhu-Brutplatz im gleichen Felsen entfernt. Die enge Nachbarschaft beider Eulenarten führte im Vergleich mit den Vorjahren nicht zu einem erhöhten Anteil an Schleiereulen in der Beute des benachbarten Uhu-Paare

Weitere Inhalte
  • Literaturbesprechungen
  • Sonderteil: DDA-Aktuell 4/2013  pdf-sym

 

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