Die Vogelwelt Bd. 134 1/2013

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Schwerpunkt: Themenheft Auerhuhn
  • Auerhuhn Wiederansiedlungs- und Bestandsstützungsprojekte in Deutschland nach 1950
  • Das Auerhuhn im Alpinen Lebensraum
  • Aktionsplan Auerhuhn im Schwarzwald
  • Translokation russischer Auerhühner nach Thüringen
  • „Born to be free” – eine innovative Methode
  • Vorläufige Ergebnisse eines Programms zur Wiederansiedlung des Auerhuhns in SW-Polen
  • Verhalten und Nahrungswahl eines Auerhahns im Nordschwarzwald
  • Pilotprojekt zur Wiederansiedlung des Auerhuhns in der Niederlausitz

Auerhahn. Foto: R.Siano

Auerhahn. Foto: R.Siano

Siano, R. & S. Klaus:
Auerhuhn Tetrao urogallus – Wiederansiedlungs- und Bestandsstützungsprojekte in Deutschland nach 1950 – eine Übersicht
Im Zuge von elf Ansiedlungsprojekten mit dem Auerhuhn in Deutschland sind seit 1950 mehr als 4.800 Individuen freigelassen worden. Nahezu alle Projekte wurden inzwischen wieder eingestellt, mit Ausnahme der Auswilderungen in Thüringen und im Hochsauerland. Bei der Umsiedlung von Wildfängen in die Niederlausitz handelt es sich um eine Pilotstudie, über deren Fortsetzung (2014) erst noch zu entscheiden ist. Unter den verbleibenden zehn Projekten sind fünf als fehlgeschlagen zu betrachten: Ebbegebirge, Harz, Odenwald, Rhön und mittlerer Schwarzwald. In Thüringen und im Hochsauerland existieren aktuell lediglich individuenschwache Populationen, die aufgrund fortgesetzter Auswilderung erhalten werden. Im Nordschwarzwald war die autochthone Population noch so individuenreich, dass die Effekte der Aussetzungen nicht messbar waren. Lediglich im Bayerischen Wald zeigte die Gesamtpopulation einen positiven Trend, wobei der deutliche Bestandsanstieg in der Region jedoch nicht zweifelsfrei  auf die Bestandsstützungen
zurückgeführt werden kann …


Voralpine Flyschgebiete bieten optimale Voraussetzungen für die Förderung des Auerhuhns in den Alpen. Foto: K.Bollmann

Voralpine Flyschgebiete bieten optimale Voraussetzungen für die Förderung des Auerhuhns in den Alpen. Foto: K.Bollmann

Bollmann, K., P. Mollet & R. Ehrbar:
Das Auerhuhn Tetrao urogallus im Alpinen Lebensraum: Verbreitung, Bestand, Lebensraumansprüche und Förderung
Die Alpen sind das Kerngebiet der Auerhuhnpopulation in Mitteleuropa. Die alpinen Gebirgswälder bieten Lebensraum für einen geschätzten Bestand von 32.250–35.700 Individuen. Dieser hat in den letzten Jahrzehnten deutlich abgenommen. So betrug der Rückgang beispielsweise in der Schweiz zwischen 1968/1971 und 2003 mindestens 55 %, was die Aufgabe von tiefer gelegenen und peripheren Lebensräumen zur Folge hatte. Ein solcher Bestandsrückgang ist typisch für viele Regionen der Alpen. Die einwachsenden Wälder mit der sich verschlechternden Habitatqualität und die Zunahme von menschlichen Störungen werden dafür verantwortlich gemacht.


Braunisch, V. & R. Suchant:
Aktionsplan Auerhuhn Tetrao urogallus im Schwarzwald: Ein integratives Konzept zum Erhalt einer überlebensfähigen Population


Auerhenne. Foto: H.Trütschler

Auerhenne. Foto: H.Trütschler

Unger, C. & S. Klaus:
Translokation russischer Auerhühner Tetrao urogallus nach Thüringen
Von 1999 bis 2003 wurden ins Thüringer Schiefergebirge 145 russische Wildfang-Auerhühner umgesiedelt. Die Vögel kamen aus den Gebieten Jaroslawl (ca. 260 km NE von Moskau) und Kostroma (320 km NE von Moskau), wo sie mit Romanov- Klappfallen im Herbst gefangen wurden. Die Erfolgskontrolle des Umsiedlungsprojektes wurde sowohl mit Hilfe der Telemetrie als auch durch Monitoring realisiert. Zwischen 1999 und 2002 wurden insgesamt 25 Auerhühner besendert und geortet. Der Median der maximalen Entfernung zum Freilassungsort betrug für alle Vögel 3.157 m (Mittelwert: 4.407 m). Einen signifikanten Unterschied zwischen den Geschlechtern gab es nicht. Die Ermittlung von Aktionsraumgrößen erfolgte mit der Minimum-Convex-Polygon- (MCP) und der Kernel- Methode. In die Auswertung der Telemetriedaten gingen 16 Vögel ein (sieben Männchen und neun Weibchen), die pro Individuum mindestens 30-mal unabhängig lokalisiert wurden und mindestens zwei Monate überlebten. Die Männchen hatten mit einem Median der Aktionsraumgröße (MCP) von 436 ha (Mittelwert: 844 ha) signifikant kleinere Aktionsräume als die Weibchen (Median von 857 ha, Mittelwert: 1.008 ha).


Krzywiński, A., M. Keller (†) & A. Kobus:
„Born to be free” – eine innovative Methode für die Wiederansiedlung und den Schutz von gefährdeten und isolierten Raufußhuhn-Populationen (Tetraonidae)


Merta, D., J. Kobielski, A. Krzywiński & Z. Rzońca:
Vorläufige Ergebnisse eines Programms zur Wiederansiedlung des Auerhuhns Tetrao urogallus im Waldgebiet Bory Dolnośląskie, SW-Polen


Stader, P., C. Ebel & M. I. Förschler:
Verhalten und Nahrungswahl eines Auerhahns Tetrao urogallus im Nordschwarzwald


Lindner, U. & L. Thielemann:
Pilotprojekt zur Wiederansiedlung des Auerhuhns Tetrao urogallus in der Niederlausitz – eine erste Zwischenbilanz

Weitere Inhalte:
  • Literaturbesprechungen
  • Sonderteil: DDA-Aktuell 3/2013   pdf-sym

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