Die Vogelwelt Bd. 135 1/2014-15

0
Schwerpunkte:
  • Zukunftsperspektive für die Uferschnepfe in der Hetter
  • Erfolg im Wiesenvogelschutz im Eemland Polder
  • Wiesenvogelschutz in den Niederlanden
  • Nachweis einer Mischbrut von Gartenbaumläufer und Waldbaumläufer
  • Rotmilan als Kleptoparasit beim Silberreiher

135-01-hetterBarkow, A.:
Zukunftsperspektive für die Uferschnepfe Limosa limosa in der Hetter: Flächenerwerb als Voraussetzung für Grünland- und Wassermanagement zur Bestandsstabilisierung

Europaweit und insbesondere in den Verbreitungsschwerpunkten in den Niederlanden und Norddeutschland gehen die Bestände der Nominatform der Uferschnepfe seit Jahrzehnten zurück. In der Hetter als Teil des  EU-Vogelschutzgebietes Unterer Niederrhein in Nordrhein-Westfalen konnte ein Bestand von 25–50 Revierpaaren seit Mitte der 1990er Jahre erhalten werden. Das Naturschutzgebiet beherbergt damit bis zu einem Viertel des nordrhein-westfälischen Brutbestandes. Seit 2009 wird der Schlupferfolg kontrolliert und der Ausfliegeerfolg über die Anzahl alarmierender Altvögel abgeschätzt …


135-01-eemlandRoodhard, J.:
Erfolg im Wiesenvogelschutz nach zehnjähriger Schutzgebietsbetreuung im Eemland Polder, Niederlande

Das Wiesenvogelreservat Eemland wurde während der 1980er Jahre im Rahmen einer Flurbereinigung geschaffen. Es befindet sich in einer 7.000 ha großen, offenen Polderlandschaft und besteht aus 370 ha für Wiesenvögel gemanagtem Grünland. Die größte zusammenhängende Fläche misst dabei 220 ha. Im Jahr 2001 wurden zuvor von Landwirten bewirtschaftete und daher nährstoffreiche Wiesen zu Naturschutzzwecken angekauft. Das einsetzende Management umfasste zunächst eine Anpassung des Wasserstandes und die Beseitigung höherer Vegetation. Die Flächen wurden zudem unter Auflagen, die den Bruterfolg von Wiesenvögeln fördern sollten, kurzzeitig an Landwirte zurückverpachtet …


Roodbergen, M. & W. Teunissen:
Wiesenvogelschutz in den Niederlanden – Erfahrungen und zukünftige Entwicklung

Die Gemeinsame Agrarpolitik der EU (GAP) führte zu einer Zunahme der Nahrungsmittelproduktion in Westeuropa und resultiert in einer intensiveren Nutzung des Grünlands. Dessen Fläche nahm gleichzeitig ab. Die Bestandszahlen von Wiesenvögeln gingen seit 1990 mit 33 % bis 70 % dramatisch zurück. Die Niederlande haben eine große Verantwortung für den Schutz von Wiesenvögeln, da ihre Anteile am europäischen Brutbestand mit gut 40 % (Uferschnepfe), 25 % (Austernfischer) bzw. 10 % (Kiebitz) hoch sind. Die Wiesenvogelbestände haben im Vergleich zu den 1960er Jahren stark abgenommen. Allein in der Zeit von 1990 bis 2013 gingen die Bestände bei der Uferschnepfe um 60 %, beim Kiebitz um 55 %, beim Austernfischer um 70 % und beim Rotschenkel um 33 % zurück. Ursache ist die zunehmende Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung, die zu niedrigen Grundwasserständen führt, häufige und frühe sowie synchronisierte Mahd zur Folge hat und eintönige und dichte Grasbestände mit geringem Angebot an Wirbellosen erzeugt …


135-01-mischbrutKrüger, T. & T. Chrost:
Nachweis einer Mischbrut von Gartenbaumläufer Certhia brachydactyla und Waldbaumläufer C. familiaris

Ende April 2014 wurde in einem Waldgebiet der Stadt Oldenburg, Nordwest-Niedersachsen, eine Mischbrut von Garten- und Waldbaumläufer entdeckt. Beobachtungen ergaben, dass es sich beim Gartenbaumläufer um das Männchen und beim Waldbaumläufer der Unterart C.f. macrodactyla um das Weibchen gehandelt hat. Beide Individuen wiesen jeweils alle artdiagnostischen Kennzeichen auf und wurden fotografisch dokumentiert, so dass die nicht durch Lautäußerungen der Vögel unterstützte Bestimmung als gesichert anzusehen ist. Die Brut verlief erfolgreich …


Dierschke, V.:
Rotmilan Milvus milvus als Kleptoparasit beim Silberreiher Casmerodius albus

Im Oktober 2014 attackierte ein Rotmilan erfolgreich einen Silberreiher, der in einer Gruppe von 28 Silberreihern auf einem Grünland in der Winsener Marsch (nördliches Niedersachsen) jagte. Der Rotmilan setzte seine Angriffe so lange fort, bis der aufgeflogene Silberreiher seine Beute – höchstwahrscheinlich eine Wühlmaus – hervorwürgte. Im Spätsommer und Herbst 2014 waren beide Arten auf der 8,9 km² großen Untersuchungsfläche aus Feldern und Grünland überdurchschnittlich häufig, was eine hohe Beutedichte anzeigt. Kleoptoparasitismus ist beim Rotmilan nicht selten und richtet sich meistens gegen Greifvögel. Im beschriebenen Fall nutzte der beobachtete Rotmilan die Chance, um dem mittlerweise häufigsten Wühlmausjäger unter den Vögeln im Untersuchungsgebiet Beute abzujagen.


Literaturbesprechungen


Nachrichten


Sonderteil: DDA-Aktuell 3/2014


Einzelheftbestellung

Bestellen Sie dieses Einzelheft jetzt direkt: