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Aktuell
Küstenseeschwalbe: Mit Minisender zweimal um die Welt
Küstenseeschwalben sind „Rekordhalter“, was den Vogelzug angeht. Sie brüten in nördlichen Breiten und überwintern im südlichen Atlantik. Einer grönländisch-europäischen Forschergruppe ist es nun erstmals gelungen, die insgesamt 80 000 Kilometer lange Jahresstrecke kontinuierlich zu verfolgen und zu dokumentieren. Noch beeindruckender ist die Flugleistung auf die Lebensdauer hochgerechnet. Die nicht einmal 150 Gramm schweren Leichtgewichte bringen es im Laufe ihres etwa 30 Jahre währenden Lebens auf fast 2,4 Millionen Flugkilometer. Zwar war die Zugroute bereits grob bekannt, doch mithilfe lediglich 1,4 Gramm schwerer Sensoren, die eine Positionsbestimmung ermöglichen, gelang es, den Flug von elf Vögeln von Anfang bis Ende zu rekonstruieren. Nach dem Start von Grönland und Island im August steuerten die Seeschwalben zunächst eine Region im Nordatlantik auf der Höhe Neufundlands an, wo sie sich etwa drei Wochen aufhielten. Weiter ging es zu den Kapverden und dann an der Küste Afrikas oder Südamerikas entlang. Nach Abstechern in Richtung Osten, bei denen einige Vögel erst kurz vor Australien umkehrten, verbrachten alle Küstenseeschwalben den Winter im Krill-reichen Weddellmeer. Bei der Rückreise im April folgten die Vögel einer S-förmigen Route. Sie legten pro Tag im Schnitt 520 Kilometer zurück und trafen nach lediglich 40 Tagen wieder im hohen Norden ein. C. Egevang u. a., Proc. Nat. Academy Sci., DOI 10.1073/ pnas.0909493107.

 

Die Vogelwelt 4/2009 - wird bis zum 23.4.2010 ausgeliefert
Schwerpunkte:
  • Brutbiologie und Ortstreue des Waldlaubsängers
  • Jahres- und Tagesaktivität von Dohlen
  • Großflächige Erfassung des Zwergschnäppers im nordostdeutschen Tiefland
  • Vorkommen der Sumpfohreule in Libyen
  • Beginnende Ausbreitung der Türkentaube im Westen Libyens
  • Turmfalken adoptieren Schleiereulen
Waldlaubsänger am Nest, Teutoburger Wald.
Wolfgang Lippek:
Phylloscopus sibilatrix in Westfalen-Lippe. Zur Brutbiologie und Ortstreue des Waldlaubsängers
Aus einem großflächig (4.232 km²) durchgeführten Programm, das sich in den 1970er Jahren der Brutbiologie des Waldlaubsängers in westfälischen Wäldern widmete und in dessen Verlauf 3.351 Individuen beringt wurden, werden hier umfangreiche Daten zur Rückkehrrate, zu Umsiedlungen sowie Angaben zu Gelegegröße und Nistplatzwahl mitgeteilt. Die Wiederfangrate in nachfolgenden Jahren betrug bei Männchen 3,77 %, bei Weibchen 0,49 % und bei Nestlingen nur 0,30 %. Von den Wiederfängen erwiesen sich 96 % als gebietstreu (Distanzen bis zu 40 km vom Beringungsort), 54 % sogar als brutortstreu (Entfernungen bis 1,7 km vom Beringungsort). Nur drei Vögel wurden in erheblich größerem Abstand wiedergefangen (169 km, 263 km und 323 km). Wiederfänge innerhalb derselben Brutsaison erfolgten fast immer innerhalb des eigenen Brutreviers. Lediglich drei Individuen wurden in einer Distanz von 2 km, 6 km und 190 km kontrolliert. Die Gelege bestanden durchschnittlich aus 5,36 Eiern. Der Durchschnitt verringerte sich im Verlauf der Brutsaison. Die Nester befanden sich am häufigsten in der Laubstreu (oft in Kombination mit Reisig oder Wurzeln) oder an Bulten und Stauden, teilweise in der Krautschicht und vergleichsweise selten an Böschungen.


Dohlenweibchen auf dem Einflugbrett zum Nistkasten, am rechten Bein der transponderbesetzte Ring.
Hans Arens:
Jahres- und Tagesaktivität von zwei mit Transpondern beringten Dohlenpaaren Corvus monedula am Brutplatz.
Ziel der Arbeit war es, mit Hilfe der Transpondertechnologie Daten zur Jahres- und Tagesaktivität von zwei Dohlenpaaren in einer kleinen Kolonie im südlichen Emsland von Anfang März 2008 bis Ende Februar 2009 zu erhalten. Zu diesem Zweck wurden die Dohlenpaare mit transponderbesetzten Vogelringen versehen. Lesegeräte zum Empfang des Transpondersignals wurden unterhalb der Eingänge zu den Nistkästen angebracht, so dass jeder Vogel beim Besuch mit seiner Identitätsnummer, dem Datum und der Uhrzeit erfasst wurde. Die Nistkästen wurden auch außerhalb der Brutzeit regelmäßig das ganze Jahr über beflogen. Alle vier beringten Dohlen wurden nie länger als zwei Tage hintereinander nicht erfasst. Die Hauptaktivität der Dohlenpaare lag im Monat Mai, in dem jeweils vier Jungen gefüttert wurden. Von einem Paar wurden 3.720, von dem anderen 3.750 Besuche gezählt. Nur eines der Dohlenpaare inspizierte in 9 von 12 Monaten auch das Nest des anderen Paars. In allen 12 Monaten lag die Hauptaktivität in den Vormittagsstunden. Nach dem Ausfliegen der Jungen Anfang Juni bis zum Oktober konnten nachmittags nur selten Dohlen registriert werden. Ab November nahm die Nachmittagsaktivität kontinuierlich zu, konnte aber auch im Mai nicht die Werte der Vormittagsstunden erreichen. In den Nachtstunden zwischen 23:05 und 5:01 Uhr wurde nie eine Dohle registriert. Aktivitätsbeginn und -ende der Dohlen orientierten sich auch außerhalb der Brutzeit sehr eng am Sonnenaufgang und -untergang.




Sumpfohreule an ihrem Tagesrastplatz in einer Akazie.
Stefan Brehme, Jens Hering & Elmar Fuchs:
Zum Vorkommen der Sumpfohreule Asio flammeus in Libyen.
Vom 22. bis 25. März 2009 konnten die Autoren im Radialoasenkomplex Wadi Berdjuj im Fezzan/SW-Libyen in Tamarisken bis zu drei Sumpfohreulen an ihrem Tagesrastplatz beobachten und deren Gewölle sammeln. Weitere Nachweise gelangen vom 25. bis 27. März 2009 im Gebiet der Landwirtschaftsflächen im Wadi Maknusa. Die Vögel saßen in alten Akazien, Eukalyptus-Bäumen und Dattelpalmen. Die Tageshöchstzahl lag bei acht Individuen. Auch hier wurden zahlreiche Gewölle aufgesammelt. Neben den aktuellen Feststellungen werden in
diesem Beitrag alle bisherigen Nachweise der Art in Libyen genannt. Dabei wird deutlich, dass unsere Beobachtungen die individuenstärksten bislang dokumentierten Ansammlungen in diesem Land und wohl auch darüber hinaus in Algerien und Tunesien darstellen. Des Weiteren werden die Gründe für das Vorkommen und die jahreszeitliche Verteilung der
Beobachtungen diskutiert.
weitere Inhalte:
  • Literaturbesprechungen
  • Nachrichten


DDA-AKTUELL 2/2010
 

  • Siebtes bundesweites Birdrace am 8. Mai
  • Adebar setzt zum Schlussspurt an
  • World Migratory Bird Day 2010
  • Monitoring häufiger Brutvögel - erste Ergebnisse der Saison 2009
  • Verbreitung und Bestandsentwicklung des Bienenfressers in Deutschland
  • Neues Internetportal für die Avifaunistik in Deutschland
  • Mauserbestände der Graugans in Deutschland - aktuelle Übersicht


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