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Die Vogelwelt 3/2009 |
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Schwerpunkte:
- Einfluss großflächiger Extensivbeweidung auf die Brutvogelgemeinschaften eines Flusstals
- Gartengrasmücken als Rätselsänger
- Gartengrasmücke singt ähnlich Buschspötter
- Erfolgreiche Reproduktion einer andersartig singenden Gartengrasmücke
- Verbreitung, Bestand und Schutzstatus des Wachtelkönigs in Nordost-Ungarn
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| Abschnitt des Eidertals im Untersuchungsgebiet "Techelsdorf", Mai 2000. |
Helge Neumann & Bettina Holsten: Einfluss der Einführung einer großflächigen Extensivbeweidung auf die Brutvogelgemeinschaften eines Flusstals in Norddeutschland
In einem Abschnitt eines Flusstals im östlichen Hügelland Schleswig-Holsteins wurde untersucht, wie sich die schrittweise Einführung einer großflächigen, überwiegend ganzjährigen Extensivbeweidung auf die Brutvogelbesiedlung auswirkt. Als Referenzgebiet diente ein zweiter Abschnitt des Flusstals, der vergleichbare Standortverhältnisse aufweist. Beide Untersuchungsgebiete wurden zu Beginn der Untersuchungengroßflächig von gehölzfreien Feuchtbrachen dominiert. Auf der Kontrollfläche blieben die Flächennutzungen innerhalb des fünfjährigen Untersuchungszeitraums unverändert. Die Gesamtvogelbestände sind in demUntersuchungsgebiet, in dem die Extensivbeweidung eingeführt wurde, im Vergleich zur Entwicklung im Referenzgebiet zurückgegangen. Die Abnahme ist auf einen negativen Bestandstrend der Gilde der Brutvogelarten der Krautschicht zurückzuführen und betrifft v. a. die Gruppe der nicht gefährdeten Brutvogelarten. Die Bestandsrückgänge vollzogen sich insbesondere auf Bracheflächen, auf denen in Folge der Einführung einer Winterbeweidung zu Beginn der Brutzeit gleichmäßig kurz gefressene Vegetationsbestände vorherrschten.
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| Gartengrasmücke. |
Maria Hoffmann: Erfolgreiche Reproduktion einer andersartig singenden Gartengrasmücke Sylvia borin Nach zwei vergeblichen Versuchen im Jahr 2006 und 2007 ist einer abnorm singenden Gartengrasmücke im Jahr 2008 die Verpaarung und Jungenaufzucht gelungen. Während der drei Fortpflanzungsperioden blieb der andersartige Gesang konstant. Der für Gartengrasmücken charakteristische volltönende, orgelnde Vollgesang fehlte völlig. Mit einer Vielzahl ratternder kurzer und mit hoher Geschwindigkeit vorgetragenen Gesangselemente erinnerte er an den Gesang einer mediterranen Grasmücke, so dass am Tag der Entdeckung zunächst eine rastende Weißbartgrasmücke vermutet wurde. Die erstmals in der Fortpflanzungsperiode 2008 vorgetragenen Rufe entsprachen dem angeborenen arteigenen Rufinventar einer Gartengrasmücke. Umfassende Fragestellungen und Diskussionspunkte ergeben sich bei einem aberrant singenden Vogel aus der sozialen Funktion des Gesanges im Fortpflanzungsgeschehen. Die erfolgreiche Reproduktion eines „Rätselsängers“ zeigt aber auch, dass im Einzelfall das Gesangsvorbild des biologischen Vaters als Ursache der Gesangsfehldisposition in Betracht gezogen werden muss. Im Hinblick auf eine mögliche sensible Prägungsphase wurde der Gesangsverlauf während der Fortpflanzungsperiode näher untersucht und dokumentiert.
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| Gesänge zweier Kaspar-Hauser-Buchfinken. |
Goetz Rheinwald, Erich Hauth & Michael Kuhn: Gartengrasmücken Sylvia borin als „Rätselsänger“
Die Beobachtung einer abnorm singenden Gartengrasmücke 1985 im NSG Wahner Heide in Nordrhein-Westfalen war der Anlass, nach solchen „Rätselsängern“ zu suchen. Es wurden 36 derartige Sänger mit einer Häufung in der 1950er Jahren und nach 2000 gefunden. Die Verbreitung zeigt einen relativ schmalen Streifen durch West-Deutschland, Dänemark, Süd-Schweden und Südwest-Finnland. Nur wenige Vögel lagen etwas weiter westlich oder östlich. Von 31 der 36 Vögel wurden Tonaufnahmen gemacht, von denen wir von 24 Tieren Aufnahmen zusammentragen konnten. In einigen Fällen kamen die Vögel mehrere Jahre an den gleichen Platz und wurden auch mehrmals aufgenommen. Alle zur Verfügung gestellten Stimmen können auf der Website www.ginsterverlag.de abgehört werden. Bis jetzt gibt es keine Erklärung für den abnormen Gesang. Die hohe Variabilität lässt einen Lehrmeister einer fremden Art unmöglich erscheinen. Auch ein Defekt der Syrinx scheidet als Erklärung aus. Es besteht Übereinstimmung in der Aussage, dass dies Kaspar-Hauser-Gesänge sind; d. h. der Vogel singt einen improvisierten Gesang. Wieweit Taubheit dabei eine Rolle spielt, ist unklar. Weitere Untersuchungen sind notwendig.
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| weitere Inhalte: |
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DDA-AKTUELL 1/2010
- "Vögel in Deutschland 2009": 30 Jahre Vogelschutzrichtlinie
- Tagung der WI Goose Specialist Group in Höllviken, Schweden
- Aktionsplan für die NW-europäischen Zwergschwäne
- ADEBAR in Schleswig-Holstein
- Herbsttagung des HGON
- ADEBAR und Vogelmonitoring in Thüringen
- Rote Liste 2009: Ist das weltweite Artensterben noch aufzuhalten?
- Mitgliederversammlung 2009 des DDA
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