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| Aktuell |
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| Vogeltod durch Vitaminmangel |
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Mangel an Vitamin B1 oder Thiamin, die für ein funktionierendes Nervensystem dringend benötigt werden, ist als Todesursache und Gefährdungsfaktor für Vögel in den Blickpunkt des Interesses geraten. Schon länger hatte man festgestellt, dass Vögel im Ostseeraum in zunehmender Zahl an einer eigenartigen Lähmung verenden. In Südschweden waren 451 von 837 sterbend aufgefundenen Vögeln befallen, wobei der Leidensweg der Tiere in Etappen verläuft: Zunächst zeigen sich Schwierigkeiten die Flügel anzulegen, dann Flugunfähigkeit und Appetitlosigkeit, schließlich fällt es den Vögeln schwer zu atmen, und sie verlieren jegliche Kraft in den Beinen, können nur noch mühsam kriechen, bevor sie verenden. Analysen der an der Lähmung gestorbenen Vögel zeigten einen Mangel am Nervenvitamin B1. Vor allem Silbermöwen, Stare und Eiderenten waren betroffen, die sich in Ernährungsweise, Lebensraum und Zugverhalten stark unterscheiden. Erkrankte Vögel, denen die Forscher Thiamin injizierten, erholten sich fast alle, die Kontrollgruppe mit einem Placebo dagegen zeigte keine Verbesserung. Lähmungserscheinungen wurden bereits im Jahre 1982 bekannt, sodass das Problem offenbar weitgehend unbemerkt schon seit über 25 Jahren besteht. Gegenmaßnahmen sind schwierig, solange die Ursache des Thiaminmangels rätselhaft ist, möglicherweise leiden außer Vögeln auch andere Tiere darunter.   |
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Die Vogelwelt 2/2009 |
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Schwerpunkte:
- Brutplätze von Seeadlern auf Pappeln und Weiden
- Bestandssituation des Halsbandsittichs in der Rhein-Neckar-Region
- Reaktionen des Mittelspechts auf den Einsatz von Klangattrappen
- Welche Farben sind bei Vogeleiern möglich?
- Jagd des Wanderfalken auf Vögel im Scheinwerferlicht von angestahlten Bauwerken
- Erster Nachweis des Mittelmeersturmtauchers in den Nahrungsresten vom Uhu
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| Seeadlerbrutplatz in einer Hybridpappelreihe in Dorfnähe am Breitling in der Wismar-Bucht, Mecklenburg-Vorpommern. |
Peter Hauff: Brutplätze von Seeadlern Haliaeetus albicilla in Deutschland auf Pappeln Populus spec. und Weiden Salix spec. – Geschichte und Entwicklung.
Mit noch immer anhaltendem Bestandszuwachs besiedeln Seeadler in Deutschland zunehmend Lebensräume in der offenen Landschaft. Der Brutbestand lag im Jahr 2008 in Deutschland bei rund 600 Brutpaaren. Waren noch vor 20 Jahren Pappeln als Horstbäume äußerst selten, so begann ab Mitte der 1990er Jahre eine deutliche Zunahme, so dass aktuell 11 % aller deutschen Brutpaare ihre Nistplätze auf Pappeln haben. Gefördert wird diese Entwicklung maßgeblich dadurch, dass ab den 1950er Jahren im Rahmen des Flurholzprogramms Pappelpflanzungen in großem Umfang besonders in der Offenlandschaft erfolgten. Auf solchen, zum Zeitpunkt der Ansiedlung erst 40–50 Jahre alten Pappeln wurden inzwischen viele neue Brutansiedlungen errichtet. Unterteilt nach Bundesländern wird die Entwicklung für Deutschland beschrieben, wobei auch seltene Brutplätze aufWeiden einbezogen wurden. Mit einer weiteren Zunahme des Seeadlerbestandes ist damit zu rechnen, dass auch zusätzliche Brutplätze, insbesondere auf Pappeln, entstehen werden.
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| Männlicher Halsbandsittich. |
Michael Braun: Die Bestandssituation des Halsbandsittichs Psittacula krameri in der Rhein-Neckar-Region (Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hessen), 1962–2008, im Kontext der gesamteuropäischen Verbreitung.
Für diese Studie wurden über 1.500 Beobachtungen, Meldungen aus Bevölkerungsumfragen und Literaturangaben aus dem Rhein-Neckar-Raum ausgewertet. Seit 1962 leben Halsbandsittiche in unterschiedlichen Teilen der Rhein-Neckar-Region. Aus Gefangenschaft stammende Tiere brüten – unabhängig voneinander – seit 1974 in Worms und Neckarhausen. In beiden Populationen wurden 1983 jeweils etwa 30 Tiere gezählt. Seit 1985 begann sich die Population ausgehend von Neckarhausen in einem Gebiet von 30 km2 auszubreiten. In den späten 1980er und frühen 1990er Jahren wurden von diesem Ausbreitungszentrum ausgehend auch die Städte Heidelberg, Schwetzingen und Mannheim als Brutgebiete erobert. Auf der linken Rheinseite entstand 1985 eine Brutpopulation in Frankenthal, die entweder eigenständig ist oder auf Tiere aus der Wormser Population zurückgeht. Seit spätestens 1989 leben Halsbandsittiche auch in Ludwigshafen, die wahrscheinlich über Frankenthal einwanderten.Die Gesamtpopulation zwischen Mannheim und Heidelberg wurde 2001 auf mindestens 200 Tiere und 50–70 Brutpaare geschätzt. Schlafplatzzählungen nach der Brutzeit im Jahr 2003 ergaben zwischen Ludwigshafen und Heidelberg einen Gesamtbestand von 1.300 Tieren, der 2004 auf 1.600 Sittiche anstieg. Im Jahr 2005 wurde ein zusätzlicher Schlafplatz in Mannheim gefunden. Die Populationsgröße der Region lag in diesem Jahr bei 2.300 Tieren. Der Gesamtbestand stieg nach der Brutzeit in den Folgejahren auf 2.400 Sittiche (2006) und schließlich auf über 2.900 Tiere (2007 und 2008).
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| Uhu-Jagdrevier an der bulgarischen Schwarzmeerküste mit der Brutkolonie von Mittelmeermöwen auf der Insel Sveti Toma. |
Boyan Milchev: Erster Nachweis des Mittelmeer-Sturmtauchers Puffinus yelkouan in den Nahrungsresten vom Uhu Bubo bubo in Bulgarien.
In einem Nest des Uhus in der Region des Strandzha-Gebirges (Südost-Bulgarien, UTM Platz NG75) wurden Reste eines Mittelmeer-Sturmtauchers gefunden. Der Vogel wurde zwischen März und Mitte Mai 2001 erbeutet und 12–13 km landeinwärts der Schwarzmeerküste im Tal des Veleka-Flusses gefunden. In den Nahrungsresten von vier anderen Uhu-Paaren entlang der südlichen bulgarischen Schwarzmeerküste konnten Mittelmeer-Sturmtaucher bislang nicht in den Nahrungsresten nachgewiesen werden. Der Fund inder Uhu-Beute kann aber nicht als Hinweis auf ein Brutvorkommen des Mittelmeer-Sturmtauchers an der Küste nahedes Strandzha-Gebirges gewertet werden.
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| weitere Inhalte: |
- Literaturbesprechungen
- Nachrichten
DDA-AKTUELL 3/2009
- Herbst-Rundschreiben zum Vogelmonitoring erschienen
- 10. Jahrestagung der Koordinatoren des Monitorings rastender Wasservögel in Deutschland
- Europaweite Synchronzählung von Zwerg- und Singschwänen am 16./17. Januar 2010
- Europaweite Goldregenpfeifer-Zählung am 18./19. Oktober 2008
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