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| Aktuell |
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| Graugänse: Aggression und Herzschlagrate |
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In einer Graugansschar, wie sie halbwild in der Konrad-Lorenz- Forschungsstelle in Grünau im oberösterreichischen Almtal gehalten wird, gibt es viele aggressive Auseinandersetzungen. Um die physiologischen Auswirkungen solcher Konflikte zu messen, wurde einer Anzahl Gänse ein Sensor-Sender-System von 60 g Gewicht in die Bauchhöhle implantiert, das direkt Daten über die Herzschlagfrequenz (und die Körperkerntemperatur) an ein Empfängersystem bis auf 100 Entfernung sendete. Da die Gänse an menschliche Anwesenheit gewöhnt sind, kann man sie aus nächster Nähe beobachten. In Ruhe hatten die Gänse
Herzschlagfrequenzen zwischen ca. 100 und 140 Schlägen pro Minute. Bei schwach intensiven Begegnungen änderte sich daran nicht viel. Doch bei intensiven,
mit Bewegungen wie Laufen und Fliegen verbundenen Auseinandersetzungen sowie bei ernsthaften Kämpfen stieg die Zahl der Herzschläge um 200 oder 300
nach oben. Diese Reaktion wird wenigstens teilweise durch die physische Anforderung der Bewegung bewirkt. Aber auch bei schwächeren Begegnungen gab
es Unterschiede. Griff die Gans an, hatte sie eine stärkere Herzschlagaktivierung, als wenn sie angegriffen wurde. War der Gegner hochrangig, erzeugte das
mehr Herzschläge als bei einem niederrangigen Gegner. Ganter lösten als Angreifer ebenfalls mehr Reaktion am Herzen des angegriffenen Vogels aus als
Gänse. Hier spiegeln sich also die sozialen Verhältnisse und Erfahrungen deutlich in der Herzschlagreaktion wider. Man kann das die Ebene der Motivation
nennen. (H.-H. Bergmann)
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Die Vogelwelt 1/2009 (Auslieferung ca. 20.8.2009) |
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Schwerpunkte:
- Rastbestand und Verbreitung von Sing- und Zwergschwan im Winter 2004/2005 in Deutschland
- Das "Möwenproblem" im 20. Jahrhundert
- Aktuelle Schadstoffsituation im Ei des Kormorans aus der südlichen Ostsee
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| Die Silbermöwe wurde lange Zeit als "Problem Nr 1" des Küstenvogelschutzes angesehen. |
Christof Herrmann: Das „Möwenproblem“ im 20. Jahrhundert: Eine Darstellung der historischen Entwicklung in Deutschland sowie der Bestandslenkung an der Ostseeküste der DDR. Die Errichtung von Schutzgebieten für See- und Küstenvögel war im Zusammenhang mit anderen Faktoren (u. a. Verbesserung des Nahrungsangebots) eine Voraussetzung für die Zunahme der Bestände von Silber-, Sturm- und Lachmöwen im 20. Jh. an der Nord- und Ostseeküste. Da Silber- und Sturmmöwen als Prädatoren von Gelegen und Küken anderer Küstenvögel in Erscheinung treten, sah der Naturschutz in ihnen eine Gefährdung seiner Ziele, die Bestandssituation der See- und Küstenvögel, insbesondere der selteneren und konkurrenzschwächeren Arten, zu verbessern. Spätestens ab Ende der 1920er Jahre bestand unter Naturschützern in Deutschland ein weitgehender Konsens, dass zur „Wiederherstellung des Gleichgewichts in einer vom Menschen gestörten Natur“ eine Regulierung der Bestände der Silber- und Sturmmöwen erforderlich sei. Ab den 1970er Jahren wurden auch Lachmöwen dezimiert, da man in ihnen Nistplatzkonkurrenten für andere Küstenvögel sah. Zur Dezimierung der Möwenbestände wurden Eier abgesammelt oder unfruchtbar gemacht, ab den1960er Jahren jedoch auch Tausende brütende Altvögel mit α-Chloralose getötet. Ab Anfang der 1980er Jahre setzte sich jedoch zunehmend die Erkenntnis durch, dass der Einfluss der Möwen auf andere Arten überschätzt worden und die Möwenbekämpfung als Maßnahme zum Schutz von Seeschwalbenund Limikolen unnötig und nicht erfolgversprechend war. Die Bekämpfungsmaßnahmen wurden dementsprechend schrittweise eingestellt. Die populationsökologischen Erkenntnisse und Lehren aus der Geschichte des „Möwenproblems“ sind jedoch nicht nur von historischem, sondern auch von aktuellem Interesse. Sie können dazu beitragen, sachgerechte Lösungsansätze für Konflikte mit Vogelarten zu finden, die gegenwärtig als „Problemarten“ angesehen werden (z. B. Kormoran und Rabenvögel).
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| Junge Kormorane im Nest. |
Thomas Kellner u. Susanne Lage: Aktuelle Schadstoffsituation in Eiern des Kormorans Phalacrocorax carbo sinensis aus der südlichen Ostsee: Bewirkt p,p’-DDE noch immer Dünnschaligkeit bei Vögeln? I m Jahre 2005 untersuchten wir die Akkumulation chlororganischer Schadstoffe bei Kormoranen aus der südlichen Ostsee unter zwei vordergründigen Fragestellungen. Zum einen sollte geklärt werden, ob die derzeitige Belastung der Matrix Ei die aktuelle Schadstoffsituation des baltischen Ökosystems widerspiegelt. Darüber hinaus wollten wir ermitteln, ob eine Dünnschaligkeit von Eiern auch bei baltischen Kormoranen auftritt und demnach generell ein nach wie vor aktuelles Problem ist. Wir analysierten 22 Eier einer Kolonie aus den Küstengewässern Vorpommerns (NE-Deutschland) auf zehn Kongenere aus der Gruppe der polychlorierten Biphenyle sowie auf die Biozide Hexachlorbenzol, Hexachlorcyclohexan, Dieldrin und Dichlordiphenyltrichlorethan. Zusätzlich haben wir die Eischalendicke gemessen und den Index der Schalendicke berechnet. Die vorgefundene Belastung von Kormoraneiern scheint die aktuelle Schadstoffsituation in der Ostsee widerzuspiegeln. Die Ökotoxingehalte im Ei sind rückläufig, seitdem persistente organische Schadstoffe rund um die Ostsee vor 30 Jahren verboten wurden. Dennoch setzt sich das Phänomen der Dünnschaligkeit fort. Das Niveau der Dünnschaligkeit bei Kormoraneiern aus den Küstengewässern Vorpommerns scheint unter dem allgemein angenommenen Schwellenwert zu liegen, über dem diese Population durch Schadstoffe beeinflusst werden kann.
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| Singschwan-Verbreitung im Januar 2005 in Deutschland. |
Johannes Wahl & Axel Degen: Rastbestand und Verbreitung von Singschwan Cygnus cygnus und Zwergschwan C. bewickii im Winter 2004/05 in Deutschland. In fünfjährigem Turnus finden im Januar internationale Synchronzählungen von Sing- und Zwergschwänen statt mit dem Ziel, die Bestandschätzungen der biogeographischen Populationen beider Arten in Europa zu aktualisieren. Im Januar 2005 wurden in Deutschland 27.158 Singschwäne gezählt, auf deren Basis wir einen Bestand von 29.000 Ind. schätzen. Im Vergleich zur Synchronzählung 1995 hat sich der Bestand damit nahezu verdoppelt und den bis dato höchsten dokumentierten Wert erreicht. Die Verbreitungsschwerpunkte lagen an der Ostseeküste und im angrenzenden Hinterland sowie im Binnenland in den großen Flusstälern. Der Jungvogelanteil betrug 14,5 %. Die durchschnittliche Familiengröße lag bei 2,53 (überproportionale Erfassung in Niedersachsen). Bei den Nahrungshabitaten dominierte Raps (76,3 %). Wintergetreide (9 %), Wasserpflanzen (6,3 %), Grünland (4 %) und Mais (2,6 %) spielten insgesamt nur eine untergeordnete Rolle, erreichten aber regional beträchtliche Anteile. 3.390 Zwergschwäne wurden im Januar im erfasst, woraus wir eine Schätzung von 3.600 Individuen ableiten.
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| weitere Inhalte: |
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DDA-AKTUELL 2/2009
- Rückblick Birdrace 2009
- Monitoring rastender Wasservögel: Zähltermine 2009/2010
- Niederländische "Senderschnepfen" unterwegs
- The State of Europ's Common Birds 2008
- Exkursion der DDA-Fördermitglieder ins Untere Odertal
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