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| Lage der vier Untersuchungsgebiete. |
Bos, D., M. J. J. E. Loonen & J. P. Bakker Düngung von Küstengrünland und die Beweidungskapazität für Gänse. Zweck dieser Arbeit war, zu quantifizieren, wie stark die Beweidungsintensität durch Gänse (Dunkelbäuchige Ringelgans Branta b. bernicla und Weißwangengans Branta leucopsis) von der Düngung des Grünlandes abhängt. Die Möglichkeit, die Kapazität von Flächen für Gänse einzuschätzen, ist wichtig für Politik, Verwaltung und Naturschützer, die das Management solcher Flächen planen oder dort den Aufenthalt von Gänsen ermöglichen möchten. Solche Daten werden zum Beispiel für Umweltverträglichkeitsstudien, wie sie von den derzeitigen EU-Naturschutzrichtlinien gefordert werden, gebraucht. Es wird angenommen, dass die Kapazität vornehmlich durch Düngung beeinflusst wird, weil sich diese unmittelbar auf Qualität und Quantität der zur Verfügung stehenden Nahrung auswirkt. Es besteht gegenwärtig die Tendenz, den Einsatz von Düngemitteln großflächig zu reduzieren. Beispiele dieser Entwicklung findet man in den Niederlanden sowohl auf dem Festland als auch auf den Salzwiesen der Wattenmeerinseln. Im Rahmen dieser Arbeit wurde über mehrere Jahren die Beweidungsintensität durch Gänse im Frühjahr nach Reduktion der Düngergaben auf solchen Flächen dokumentiert. Der Untersuchungszeitraum erstreckte sich über mehrere Jahre bis Jahrzehnte (1980er Jahre bis heute). Auf der Watteninsel Schiermonnikoog wurden darüber hinaus auch die Änderungen der Vegetation erfasst. Daneben wurden auch Freiland-Experimente durchgeführt, um die kurzfristigen Auswirkungen von Düngung oder Düngeverzicht zu untersuchen. Innerhalb einer Saison waren die Auswirkungen der Grünlanddüngung auf Gänse sehr offenkundig. Eine zusätzliche Düngegabe kann die Beweidungsintensität um mehr als den Faktor zwei zunehmen lassen. Das Düngeverbot auf den beweideten sandigen Salzwiesen von Schiermonnikoog führte zu Vegetationsänderungen mit einer geringeren Flächendeckung bei Pflanzenarten, die auf nährstoffreiche Böden hinweisen. Die Beweidungsintensität der Ringelgänse auf den beweideten sandigen Salzwiesen von Schiermonnikoog war in den Jahren, als noch gedüngt wurde, höher. Die langjährigen Daten der Gänsebeweidung im Frühjahr auf den lehmigeren Böden des Festlandes weisen nicht auf eine geringere Beweidungsintensität während der 6–20 Jahre seit dem Düngeverbot hin.
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| Blessgänse aus drei pazifischen Brutgebieten des Pazifischen Flugweges. |
Ely, C.R. Erhalt der Populationsstruktur bei sympatrisch überwinternden Populationen der Blessgans Anser albifrons:Verhalten, Ökologie und Landschaft. In der vorliegenden Arbeit werden Informationen über die Verbreitung und Ökologie dreier morphologisch verschiedener Populationen der Blessgans, die in Alaska brüten und vornehmlich im Bereich des Pazifischen Zugweges in Kalifornien, Oregon und im Westen Mexikos überwintern, präsentiert. Die Brutgebiete der drei Populationen sind das Cook Inlet Basin (CIB) für die Tule-Blessgans A. a. elgasi, das yukon-Kuskokwim-Delta (yKD) für die Pazifische Blessgans A. a. frontalis und die Bristol-Bay- Niederung (BBl) für die Bristol-Bay-Blessgans (gegenwärtig als eine Form von A. a. frontalis betrachtet). Beobachtungen von Gänsen mit Halsringen geben Hinweise darauf, dass die Populationsstruktur durch eine zeitliche und geographische Trennung der Populationen sowie durch ökotypische Unterschiede bei der Habitatselektion aufrechterhalten wird. Die Population, die wahrscheinlich am stärksten unter einer Konkurrenz um Ressourcen leiden würde, verhielt sich im Winter am stärksten allopatrisch. Die Aufteilung der Ressourcen hat wahrscheinlich auch zur Entwicklung der Populationsstruktur beigetragen, da die CIB-Gänse, die mit ihrer größeren Körpergröße an eine aquatische Nahrungsaufnahme angepasst sind, sich auf dem Herbst- und dem Frühjahrszug vornehmlich in Sumpfgebieten ernährten, wohingegen die yKD- und BBl-Gänse auf Agrarland fraßen. Zwischen den Ernährungsgewohnheiten und dem Zugverhalten scheint eine Verbindung zu bestehen. Die sesshafteren CIB-Gänse verbrauchten wenig Energie, um die qualitativ relativ schlechten, aber berechenbaren Nahrungsquellen zu finden, und hatten einen relativ kurzen Zugweg zu den Brutgebieten. Hingegen flogen die Angehörigen der beiden Populationen mit der geringeren Körpergröße täglich weite Strecken, um hoch qualitative, aber weniger berechenbare Nahrung zu finden. Zudem legen sie größere Entfernungen zu ihren Brutgebieten im westlichsten Teil Alaskas zurück. Die Erhaltung der Populationsstruktur dieser Vögel ist wahrscheinlich abhängig von der Erhaltung der von den CIB-Gänsen favorisierten Feuchtgebiete und von den Fähigkeiten der Vögel, sich an die klimabedingten Störungen des Zug- und Brutzyklus anzupassen.
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| Wichtigste Rastplätze der Tundra-Gänse in der Region Charkiv, Nordostukraine. |
Banik, M. V., A. A. Atemasov, T. A. Atemasova, G. S. Nadtochiy & S. V. Konovalenko Die wichtigsten Frühjahrsrastplätze für ziehende Gänse in der Region Charkiv, Nordost-Ukraine Trotz ihrer Lage im Inland spielt die Region Charkiv (Nordost- Ukraine) eine wichtige Rolle im paneuropäischen Zuggeschehen. In der ersten Hälfte der 1990er Jahre begann ein durchgängiges Monitoringprogramm für den Frühjahrsgänsezug im Gebiet. Da sowohl die Zugsaison als auch das Gebiet nur teilweise abgedeckt wurden, führte die Auswertung der Daten zu einigen falschen Schlussfolgerungen. Die intensive Suche nach allen wichtigen Gänserastplätzen der Charkiv-Region in den letzten Jahren und die Erfassung der Gänse sowohl morgens und abends an den Schlafplätzen als auch tagsüber auf den Nahrungsplätzen brachte neue Erkenntnisse, wie die Tatsache, dass das Gebiet für den Frühjahrsdurchzug der Saatgans Anser fabalis sehr bedeutsam ist. Erstaunlicherweise zeigte sich, dass die Saatgans – im Gegensatz zur früheren Auffassung – wesentlich häufiger ist als die Blessgans Anser albifrons. Beide Arten haben die starke Neigung, auf den Schlaf- und Nahrungsplätzen sowie während der Flüge zwischen den Nahrungsflächen gemischte Gruppen zu bilden. Die höchsten Zahlen von Saat- und Blessgänsen wurden Ende März festgestellt. Große Ansammlungen beider Arten werden in der Charkiv-Region jedoch noch bis in die zweite Mai-Dekade angetroffen. Bis das Eis auf den großen Seen und Stauseen aufgetaut ist, nutzen die Gänse feuchte Niederungen am Rande der Flussniederungen als Hauptaufenthaltsgebiete. Diese Areale sowie einige typologisch ähnliche Gebiete in den Flussniederungen sind im Frühjahr meist überstaut. Die Gänse verlassen diese Areale kurz nachdem das Eis auf den großen Stillgewässern Mitte April aufgebrochen ist und wechseln zu den Seen. Die einzige Ausnahme ist der Liman-See, der im Frühjahr von den Gänsen genutzt werden kann, weil das Wasser als Kühlwasser für ein Kraftwerk genutzt wird. Ursprünglich konzentrierten sich die Gänse in den feuchten Niederungen, aber nachdem die Stauseen gebaut worden waren, wechselten sie zu diesen Gewässern. Wahrscheinlich waren sie aufgrund dieses Wechsels in der Lage, ihren Aufenthalt in der Kharkiv-Region um 2–2,5 Wochen zu verlängern. Die Nutzung der Rastplätze scheint sehr konstant, mit nur wenigen kleineren Verschiebungen im Laufe der Zeit. Der Krasnopavlovka-Stausee ist mit jährlich über 50.000 Individuen beider Arten der wichtigste Rastplatz.
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