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| Aktuell |
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| Singvögel: Produktivität in städtischen Lebensräumen |
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Zum Phänomen Verstädterung gibt es viele Erkenntnisse über Verbreitung und Ökologie von Singvögeln, aber erstaunlich wenig Ansätze, demographische Schlüsselfaktoren zwischen Stadt- und Landpopulationen quantitativ zu erfassen. Die Auswertung der wenigen vergleichenden Studien lässt erkennen, dass in städtischen Lebensräumen am häufigsten früherer Legebeginn, kleinere Gelege, niedrigeres Nestlingsgewicht und geringerer Bruterfolg pro Nest vorkommen. Vermutlich ist das Nahrungsangebot ein Schlüsselfaktor für die Unterschiede in der Demographie von Singvögeln in Stadt und Land. In städtischen Lebensräumen könnte Vogelfütterung die Körperkondition der Altvögel während des Winters verbessern, was wiederum zu früherem Legebeginn, bei einigen Arten zu höherer Überlebensrate und höherer Siedlungsdichte führt. Geringes Angebot an natürlicher Nahrung zieht wahrscheinlich geringeren Erfolg pro Brutversuch nach sich. Jedoch sind weitere vergleichende Untersuchungen, insbesondere über die Auswirkungen von natürlichem und vom Menschen geliefertem Nahrungsangebot nötig. Am dringendsten aber sind gezielte Studien über Auswirkung der Verstädterung in Gebieten, die davon am meisten bedroht sind, wie etwa in Entwicklungsländern.   |
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Die Vogelwelt 4/2008 |
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Schwerpunkte:
- Mantelfärbung und taxonomische Stellung der Heringsmöwen
- Phänologie der Schwingenmauser von Wasservögeln am Bodensee
- Soziale Einflüsse, Umweltfaktoren und Urbanisationsgrad beeinflussen die Fluchtdistanzen bei Rabenkrähen
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| Heringsmöwe in Stockholm, Schweden. |
Noeske, Andreas 2008: Mantelfärbung und taxonomische Stellung der Heringsmöwen Larus fuscus auf Amrum Zwischen dem 17. Mai und 15. Juni 1986 wurden im NSG Amrum-Odde an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste (54° 42‘ 21,61“ N, 08° 21‘ 4,00“ E) 62 adulte Heringsmöwen auf dem Nest gefangen. Um diese Vögel im Hinblick auf die bekannte geografische Variation in der Mantelfärbung zu untersuchen, wurden jeweils einige Mantelfedern entnommen. Die Grauwertbestimmung erfolgte später unter Laborbedingungen anhand der Munsell Neutral Value Scale und der Kodak Grayscale. Variation, Verteilung und Mittelwert weisen Amrumer Heringsmöwen als intermedius-Vögel aus. Dies stimmt überein mit den Ergebnissen auf der mitochondriengenetischen Ebene, wonach die Amrumer Population den südnorwegischen intermedius-Vögeln am nächsten steht.
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| Blässhuhn in der Schwingenmauser. |
Döpfner, Markus & Hans-Günter Bauer: Phänologie der Schwingenmauser ausgewählter Wasservogelarten am westlichen Bodensee im Jahr 2007. Im Zeitraum vom 6. Juni bis zum 13. September 2007 wurden in vier Mauserquartieren am westlichen Bodensee der Bestands- und Schwingenmauserverlauf von Höckerschwan, Schnatterente, Reiherente, Kolbenente und Blässhuhn durch systematische Erfassungen untersucht. Beginn, Höhepunkt und Ende der Schwingenmauser sowie eventuelle geschlechtsspezifische Unterschiede werden anhand des prozentualen Anteils flugunfähiger Individuen am Gesamtbestand zur Mauserzeit für fünf Arten dargestellt. In den Untersuchungsgebieten waren maximal 202 Höckerschwäne, 1.060 Schnatterenten, 38 Reiherenten, 799 Kolbenenten und 1.413 Blässhühner anwesend, doch nur ein Teil dieser Vögel mauserte die Schwingen dort. Bei vier Arten setzte die Schwingenmauser gegen Ende Juni/ Anfang Juli ein, bei der Reiherente vier Wochen später. Bei allen war die Phase der Flugunfähigkeit Anfang bis Mitte September weitestgehend abgeschlossen. Die Mauserpopulationen der einzelnen Arten traten mit unterschiedlicher Synchronität in die Schwingenmauser ein, wobei sowohl ein sehr synchroner als auch eine sehr asynchroner Beginn als mögliche Schutzstrategie interpretiert werden kann.
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| Unterschiede in den Fluchtdistanzen von urbanen und nicht-urbanen Rabenkrähen. |
Randler, Christoph: Soziale Einflüsse, Umweltfaktoren und Urbanisationsgrad beeinflussen die Fluchtdistanzen bei Rabenkrähen Corvus corone. Vögel fliehen vor Menschen, da sie diese als Prädatoren einstufen und dementsprechend reagieren. Die Fluchtdistanz ist ein geeignetes Maß, um das Abwägen zwischen Fliehen und Bleiben zu beobachten, da die Fluchtdistanz sowohl zwischen einzelnen Individuen variiert als auch von verschiedenen sozialen und Umweltvariablen beeinflusst wird. Messungen zur Fluchtdistanz wurden an Rabenkrähen innerhalb und außerhalb von Siedlungen durchgeführt. Innerhalb von Siedlungen hatten Rabenkrähen eine geringere Fluchtdistanz als außerhalb. Die Fluchtdistanzen waren umso geringer, je größer die Einwohnerzahl der Städte war, wenn die Krähen auf Sitzwarten saßen und je mehr Personen sich aktuell in der unmittelbaren Umgebung befanden. Die Fluchtdistanzen waren umso größer, je weiter weg sich schützende Deckung befand, je weiter weg die nächste Siedlung war, je größer die Entfernung zum nächsten Nachbarn war und je höher Windgeschwindigkeit, Temperatur und Sitzwartenhöhe waren. Später am Tag flohen die Rabenkrähen auf größere Distanz. Das statistische Modell erklärte durch diese Variablen 57 % der Varianz. Bei städtischen Rabenkrähen waren die Fluchtdistanzen größer bei höherer Temperatur, bei größerer Entfernung zu einem sicheren Platz und bei größerer Nachbardistanz, während sich im Laufe des Winters die Fluchtdistanzen verkürzten. An Schneetagen war die Fluchtdistanz ebenfalls geringer. Bei Rabenkrähen außerhalb der Städte stiegen die Fluchtdistanzen mit zunehmender Entfernung zur nächsten Siedlung, mit zunehmender Entfernung zu einem sicheren Platz, bei höherer Windgeschwindigkeit und bei höheren Temperaturen. Einwohnerzahl der nächst gelegenen Siedlung und aktuelle Personendichte korrelierten dagegen negativ. In dieser Studie konnten einige Ergebnisse vorheriger Studien bestätigt werden, andere hingegen nicht.
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| weitere Inhalte: |
- Nachrichten
- Literaturbesprechungen
DDA-AKTUELL 1/2009
- Monitoring häufiger Brutvögel in Deutschland: eine Erfolgsgeschichte
- Climatic Impact Indicator - die Auswirkungen des Klimawandels werden messbar
- Weißbart- und Weißflügel-Seeschwalben in Deutschland: Bestandsentwicklung und aktuelle Brutverbreitung
- Jahresbericht "Vogelwmonitoring in Sachsen-Anhalt 2007 erschienen
- Europäischer Vogelschutz in Schleswig-Holstein - Arten- und Schutzgebiete
- Schlechte Brutsaison 2008 für arktische Gänse und Schwäne
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