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Aktuell
Klima und geografische Breite beeinflussen Bruterfolg bei Seevögeln
Eine Auswertung von 33 Studien über 13 verschiedene Seevogelarten (Sturmvögel, Alken, Tölpel, Möwen und Seeschwalben) ergab, dass sowohl Klima als auch Breitengrad einen Einfluss auf den Bruterfolg von Seevögeln im Nordatlantik haben. Andere Parameter wie Längengrad, Kontinet, Körpermasse, Gelegegröße, Länge der Studie und Jahr erklären die beobachteten Variationen des Bruterfolgs dagegen nicht. Von den einzelnen Klimafaktoren hat die Oberflächentemperatur des Meeres den größten Einfluss: Je wärmer das Meer zur Brutzeit ist, desto höher ist der Bruterfolg. Ferner spielt die Nordatlantische Oszillation (NAO), mit der die Oberflächentemperatur des Meeres korreliert, eine wichtige Rolle (Global Change Biology 14: 1-11).

 

Die Vogelwelt 1/2008
Schwerpunkte:
  • Verbreitung und Brutbestand des Kiebitzes im Kreis Soest (Nordrhein-Westfalen)
  • Vorkommen des Zwergschwans in der Hunteniederung bei Oldenburg (Niedersachsen)
  • Verbreitung und Bestandstrends der Brandseeschwalbe an der Ostsee
  • Revision der Bestandsschätzung für die eurasische Population der Trauerseeschwalbe
Brandseeschwalben mit Küken auf der Insel Werder, Mecklenburg-Vorpommern.
Herrmann, C., H. W. Nehls, J. Gregersen, W. Knief, R. Larsson, J. Elts & M. Wieloch:
Verbreitung und Bestandstrends der Brandseeschwalbe Sterna sandvicensis an der Ostsee.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Brandseeschwalbe in der Ostsee noch kein regelmäßiger Brutvogel. Im Laufe der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erweiterte sie jedoch schrittweise ihr Verbreitungsgebiet nach Nordosten. Zunächst wurden Schonen (1911) und ab den 1930er Jahren die schwedische Ostküste besiedelt. Beginnend mit der Bildung einer Kolonie auf der Insel Heuwiese (Deutschland, Mecklenburg-Vorpommern) im Jahr 1957 erweiterte die Brandseeschwalbe ihr Areal auch auf die Südküsten der westlichen und zentralen Ostsee. In Estland ist sie seit 1962 regelmäßiger Brutvogel, in Polen (mit Unterbrechungen) seit 1977. Die Arealerweiterung und Populationszunahme in der Ostsee in den 1950er/1960er Jahren erfolgte zeitgleich mit einem starken Rückgang der Nordseepopulation. Dies weist darauf hin, dass die Besiedlung der Ostsee vermutlich eine Reaktion auf die Verschlechterung der Umweltbedingungen in der Nordsee war. Die Zahl der Brutpaare im Ostseeraum nahm zunächst kontinuierlich zu und erreichte zum Ende der 1970er Jahre etwa 2.500. Seitdem ist der Brutbestand ungeachtet einiger Schwankungen und Verlagerungen von Brutplätzen weitgehend stabil. Genauere Erfassungen ab Mitte der 1990er Jahre ergaben für die Ostsee einen zwischen 2.000 und 3.500 BP schwankenden Bestand. Die wichtigste Schutzmaßnahme für die Brandseeschwalbe besteht im Erhalt geeigneter Brutplätze. Dies sind insbesondere kleine Inseln mit kurzgrasiger Vegetation, die frei sind von menschlichen Störungen und Raubsäugern. Die Anwesenheit von Lachmöwen ist eine Ansiedlungsvoraussetzung für die Brandseeschwalbe.


Zwergschwäne in der Hunteniederung, nördlich des Gellener Polders.
Krüger, T.:
Das Vorkommen des Zwergschwans Cygnus bewickii in der Hunteniederung bei Oldenburg (NWNiedersachsen).
Die östlich der Stadt Oldenburg gelegene Hunteniederung ist ein traditionelles Rastgebiet und Ruheziel für Zwergschwäne. Ein 11 km² großer Teil des insgesamt 65 km² großen und von Grünlandnutzung geprägten (92 %) Untersuchungsgebietes „Hunteniederung“ wurde bereits 1983 zum Europäischen Vogelschutzgebiet erklärt (V11 „Hunteniederung“). Noch in den 1950er und 1960er Jahren hielten sich in der Mehrzahl der Winter Ansammlungen von bis zu 600 Zwergschwänen in der Hunteniederung auf, die Niederung zählte in jener Zeit zu den bedeutendsten „Rast“gebieten in Niedersachsen und damit in Deutschland. Hiernach gingen jedoch die Vorkommen und deren Maxima, die in dieser Arbeit als wichtigster Indikator für die Bedeutung des Gebietes als Gastvogellebensraum der biogeographischen Population angesehen werden, aufgrund von direkten und indirekten (wasserbauliche Maßnahmen) Lebensraumverlusten und flächenhafte Melioration drastisch zurück. Nach langer Zeit mit nur kleinen Beständen hielten sich im Winter 1998/99 erstmals wieder bis zu 250 Zwergschwäne im Gebiet auf und auch in den beiden folgenden Wintern wurden mit maximal 216 und 283 Ind. überdurchschnittlich viele Vögel registriert (Kriterium für internationale Bedeutung erfüllt). Hiernach gingen die Rastzahlen jedoch wieder deutlich zurück. Dagegen hat die Zahl der Vogeltage seit dem Winter 1990/91 hochsignifikant zugenommen, was darauf zurückzuführen ist, dass Zwergschwäne seit etwa Mitte der 1990er Jahre (wieder) im Gebiet überwintern. Es werden Phänologie, Raumnutzung, Nahrungshabitatnutzung, Verteilung der Vögel auf Truppgrößen und Jungvogelanteile je Winterhalbjahr aufgezeigt. Weiterhin werden die Ablesungen farbberingter Zwergschwäne zusammengestellt und ausgewertet. Breiten Raum nimmt die Diskussion über die Ursachen für den neuerlichen Rückgang der Bestandsmaxima bzw. für die seit 2001/02 zu verzeichnende, ab 2004/05 im Vergleich zu den Vorjahren (und -jahrzehnten) eklatant veränderte Raumnutzung von Zwergschwänen in der Hunteniederung.




Lage des behandelten Gebiets mit den drei Teilgebieten "Ausschließliche Wirtschaftszone, Niedersachsen und Schleswig-Holstein.-
Van der Winden, J.:
Revision der Bestandsschätzung für die eurasische Population der Trauerseeschwalbe Chlidonias niger niger.
Aktuelle Schätzungen der Bestandsgröße der eurasischen Population der Trauerseeschwalbe wurden einer kritischen Prüfung unterzogen. Ausgehend von bekannten großräumigen Siedlungsdichten in europäischen Ländern wurde die durchschnittliche dichte in Asien abgeleitet. die gesamte eurasische Brutpopulation wird im Ergebnis auf 120.000–248.000 Brutpaare geschätzt das ergibt (Nichtbrüter und flügge Jungvögel eingeschlossen) einen Gesamtbestand von 300.000–620.000 Vögeln außerhalb der Brutzeit und einen 1-%-Schwellenwert gemäß Ramsar-Konvention von 4.600 Vögeln. Dies ist ein
deutlich niedrigerer Wert als nach jüngst aktualisierten Schätzungen, aber nach Ansicht des Autors realistischer. Auch gibt es starke Anzeichen für eine aktuelle Bestandsabnahme, zumal die Gesamtzahlen in den bedeutendsten europäischen Rastgebieten niedriger und im wichtigsten Rastgebiet Ijsselmeer
(Niederlande) zudem abnehmend sind.



weitere Inhalte:
  • Hegemann, A., P. Salm & P. Beckers: Verbreitung und Brutbestand des Kiebitzes Vanellus vanellus von 1972-2005 im Kreis Soest (Nordrhein-Westfalen)


DDA-AKTUELL

  • Birdrace 2008: Fortsetzung der Erfolgsgeschichte auch im 5. Jahr
  • Deutscher Rat für Vogelschutz mit neuem Vorstand
  • 100. Geburtstag der Staatlichen Vogeslchutzwarte Seebach
  • 9. Vertragsstaatenkonferenz des Übereinkommens über die biologische Vielfalt


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Heft 1/2010

Beiträge zur Vogelkunde


 
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