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Aktuell

 

Die Vogelwelt 4/2007
Schwerpunkte:
  • Seevogelbestände in der Nordsee im Jahresverlauf
  • Niedergang der süddeutschen Ortolan-Population
  • Jährliche Variation und Bruterfolg einer bedrohten Inselpopulation des Kolkraben
  • Vogelarten-Kenntnis von Schülern in Bayern
Flügger junger Ortolan im Alter von ca. 4 Wochen.
Lang, M.
Niedergang der süddeutschen Ortolan-Population Emberiza hortulana – liegen die Ursachen außerhalb des Brutgebiets? 
Die süddeutsche Restpopulation des Ortolans befindet sich in Nordbayern. Sie hat zwischen 1988 (mind. 840 Reviere) und 2003 (333 Reviere) ca. 60 % ihres Bestands verloren und bis 2007 (235 Reviere) um insgesamt etwa 72 % abgenommen. Von Bestandseinbußen sind auch die Optimalhabitate ohne erkennbare Verschlechterung der Habitatqualität betroffen. Das veränderte Siedlungsmuster (Schwerpunktverlagerung an Waldränder und Baumhecken) ist nur teilweise mit Baumverlusten in der Agrarlandschaft und Vergrößerung der Feldparzellen erklärbar, vor allem aber mit der – klimatisch bedingt – zunehmenden Massenentwicklung von Waldinsekten (Tortriciden, Geometriden u.a.). Bei der Verteilung der Reviere ist nach wie vor keine Bevorzugung der Sandböden gegenüber (Löss-)Lehm festzustellen. Es wird die Neubesiedlung eines Trockenstandorts beschrieben, der an südländische Ortolanhabitate erinnert.


Brutgebiet des Kolkraben an der südwestlichen Steilküste des Teno-Massivs auf Teneriffa.
Siverio, M., F. Siverio & B. Rodríguez:
Jährliche Variation und Bruterfolg einer bedrohten Inselpopulation des Kolkraben Corvus corax (Teneriffa, Kanarische Inseln).
In den Jahren 1996–2006 wurden die Bestandsgröße und der Bruterfolg des Kolkraben im Teno-Massiv, in dem der Großteil des Brutbestands von Teneriffa lebt, untersucht. In dieser Zeit blieb der Brutbestand mehr oder weniger stabil und schwankte zwischen vier (2001) und neun (2005–2006) Paaren. Im Jahr 2006 brüteten acht der neun Paare erfolgreich, je erfolgreichem Paar flogen durchschnittlich 2,63 Jungvögel aus. Von 1996–2005 betrug die durchschnittliche Jungvogelzahl bei 36 zufällig beobachteten Bruten 2,72. Um den Bestand langfristig zu erhalten, ist ein Schutzprogramm nötig, das u. a. eine Erhöhung der Überlebensrate von nichtbrütenden Vögel durch Zufütterung beinhalten sollte.


Lage des behandelten Gebiets mit den drei Teilgebieten "Ausschließliche Wirtschaftszone, Niedersachsen und Schleswig-Holstein.
Garthe, S., N. Sonntag, P. Schwemmer & V. Dierschke: 
Schätzung von Seevogelbeständen in der deutschen Nordsee im Jahresverlauf und ihre biogeographische Bedeutung.
In jüngster Zeit haben die Pläne für wirtschaftliche Nutzungen auf See stark zugenommen. Dies hatte eine Reihe von Studien zur Folge, welche die räumliche Verbreitung und Zahlen von Seevögeln auf See untersuchten. Allerdings weisen Zahlenangaben von Seevögeln trotz dieser Studien immer noch einige zeitliche Lücken auf, und neueste Datenreihen wurden bislang nicht berücksichtigt. Das Ziel dieser Untersuchung ist daher, für alle Jahreszeiten und für alle Arten, die regelmäßig die deutschen Gewässer der Nordsee zum Rasten und zur Nahrungssuche nutzen, aktuelle  durchschnittliche Bestandsgrößen zu berechnen. Die deutsche Nordsee wird dabei in die politisch relevanten Zonen der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) und der 12-Seemeilen-Zonen (Hoheitsgewässer) von Niedersachsen bzw. Schleswig-Holstein unterteilt. Zur Berechnung wurde ein Gebiet von den äußeren Wattenmeerinseln bis zu den äußeren Grenzen der deutschen AWZ der Nordsee mit Hilfe von schiffs- (Jahre: 1993–2003) und flugzeuggestützten (2002–2006) Erfassungen untersucht.


 


weitere Inhalte:
DDA Aktuell
  • Fünftes Birdrace am 3. Mai
  • Tagung Wasservögelökologie und Feuschtgebietsschutz in Lebus
  • Wandernde Vogelarten - Botschafter der Artenvielfalt
  • Aufruf zur bundesweiten Kuckuck-Erfassung
  • Europäischer Brutvogelatlas online - und Grundlage des "Climatic Atlas of European Breeding Birds"
  • Jahresbericht "Vogelmonitoring in Sachsen-Anhalt 2006" erschienen.
  • Monitoring häufiger Brutvögel in Schleswig-Holstein: Von Null auf (über) 100 in vier Jahren!


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