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Vogelwelt 3/2011
Schwerpunkte:
  • Etablierung des Bienenfressers als Brutvogel in Rheinland-Pfalz
  • Nahrungserwerb und Blüten­besuch von Masken- und Klappergrasmücke in der Türkei
  • Das Rothuhn im Rheinland – ausgestorbener Wildvogel oder entflogenes Haustier?
  • Durchziehende Wasservögel an künstlichen Gewässern im Nordwesten Teneriffas
  • Brutbiologie eines transponderberingten Mauerseglerpaares
Verbreitung des Bienenfressers in Rheinland-Pfalz 2010.
Bastian, A., H.-V. Bastian & J. Weiß:
Etablierung des Bienenfressers Merops apiaster als Brutvogel in Rheinland-Pfalz
Ziel der Untersuchung war es, die Besiedlung von Rheinland-Pfalz durch den Bienenfresser zu dokumentieren, Verbreitung, Bestand und Bestandsdynamik zu untersuchen und die Ergebnisse in einen breiteren Kontext zu stellen. Der Bienenfresser hat seit 2002 eine stabile Brutpopulation von derzeit 105 BP in Rheinland-Pfalz aufgebaut; Bruten aus der Zeit um Mitte der 1990er Jahren führten dagegen zu keiner stabilen Besiedlung. Damit ist die rheinland-pfälzische Population stärker, als es nach den ersten zehn Jahren in den beiden anderen Kernregionen Deutschlands, Sachsen-Anhalt und Kaiserstuhl, war. Jedoch startete die dauerhafte Besiedlung von Rheinland-Pfalz etwa zehn Jahre nach der in Sachsen-Anhalt und am Kaiserstuhl. Der Fund eines in Sachsen-Anhalt beringten Bienenfressers in einer rheinland-pfälzischen Brutkolonie belegt den Austausch zu diesem derzeit größten deutschen Vorkommen. Mit einer durchschnittlichen Wachstumsrate von 39% ist auch die Dynamik der Bestandsentwicklung mit der in Sachsen-Anhalt und am Kaiserstuhl vergleichbar. Innerhalb von Rheinland-Pfalz wurden zunächst klimatisch günstige Regionen der Vorderpfalz besiedelt, ehe er seit 2008 auch in weiter westlich und nördlich gelegenen Regionen von Rheinland-Pfalz vorkam. Es wurden Brutdichten von bis zu 0,44 BP/m2 Brutwand erreicht. 64 der 125 untersuchten Brutpaare fanden in vorjährigen oder älteren Brutröhren statt. Dabei wurde eine Brutröhre sogar in acht Jahren von Bienenfressern zur Brut genutzt. Die Etablierung einer stabilen Brutpopulation in Rheinland-Pfalz macht es erforderlich, geeignete Schutzmaßnahmen zu entwickeln, da Bienenfresser in Sekundärlebensräumen brüten, in denen meist auch anderen Interessen nachgegangen wird. Konsequenzen und mögliche Maßnahmen werden diskutiert.


Maskengrasmücken-Männchen vor Verzehr eines Spinnennetzes mit geflügelten Blattläusen.
Brehme, S.:
Zum Nahrungserwerb und Blütenbesuch von Maskengrasmücke Sylvia rueppelli und Klappergrasmücke Sylvia curruca im Süden der Türkei
Im März 2008 gelangen in Side/Süd-Türkei Beobachtungen zur Blütennutzung des Dreiblütigen Geißklees Cytisus villosus Pourr. bei einem kleinen Teil des anwesenden Bestandes von Sylvia rueppelli, S. curruca und S. atricapilla. Dabei konnten intensiv gelbe Pollenanhaftungen im Stirn- und Kopfbereich nachgewiesen werden. Ein Männchen der Maskengrasmücke verzehrte ein Spinnennetz mit toten geflügelten Blattläusen. Die Beobachtungen werden im Rahmen der bislang bekannten Ernährungsbiologie der Grasmückenarten diskutiert und die hohe Bedeutung eines reichen Angebots blühender Pflanzen v. a. in Küstengebieten als Folgerung für den Naturschutz abgeleitet.


Darstellung eines Rothuhns aus dem Thesaurus Picturarum des Marcus zum Lamm.
Brauneis, J.:
Das Rothuhn Alectoris rufa im Rheinland – ausgestorbener Wildvogel oder entflogenes Haustier?
Ziel dieser Arbeit ist es, die vor allem durch Kinzelbach & Hölzinger (2000) zusammengetragenen Bild- und Textquellen, die das inzwischen erloschene Vorkommen des Rothuhns im Rheinland belegen, einer erneuten Betrachtung und kritischen Wertung zu unterziehen. Diese macht die Annahme eines dauerhaften Vorkommens des Rothuhns als Wildvogel im Rheinland unwahrscheinlich und berechtigt zu Zweifeln, dass das Rheinland jemals zum natürlichen Verbreitungsgebiet des Rothuhns gehört hat. Wahrscheinlich ist vielmehr:
Das Rothuhn kam unter haustierähnlichen Bedingungen mit den Römern in das Rheinland und wurde dort während des gesamten Mittelalters und bis in die Neuzeit als Ziervogel gehalten.
Die wenigen Nachweise wildlebender Rothühner am Rhein sind am ehesten auf Gefangenschaftsflüchtlinge aus dieser Zeit zurückzuführen, die vorübergehend freilebende Populationen begründet haben könnten.
Spätere Aussetzungen (ab Mitte des 18. Jh.) waren vor allem wegen des im Vergleich mit England, Frankreich und Spanien geringeren Interesses der deutschen Jäger am Rothuhn nicht erfolgreich.
Klimatische Gründe spielen für das Aussterben gegen Ende des 16. Jh. und für die Misserfolge späterer (Wieder-) Ansiedlungsversuche keine so große Rolle, wie bisher von vielen Autoren angenommen.


weitere Inhalte:
  • Rodríguez, B. & A. Rodríguez:
    Durchziehende Wasservögel an künstlichen Gewässern im Nordwesten Teneriffas (Kanaren)
  • Arens, H.:
    Zur Brutbiologie eines transponderberingten Mauerseglerpaares Apus apus

DDA-AKTUELL 1/2012 

  • Aufbruch in ein neues Zeitalter: ornitho.de gestartet!
  • Ornithologische Schriftenschau online
  • 8. Internationale Kormorantagung in den Niederlanden November 2011
  • Rekordeinflug von Raufußbussarden – erste Auswertung im Falke-Sonderheft „Greifvögel“
  • Gemeinsame Tagung der DO-G-Fachgruppe „Gänseökologie“ und des DDA
  • Jahresbericht 2010 zum Vogelmonitoring in Sachsen-Anhalt erschienen


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